SOLWODI
Berufliche Hilfe für Frauen in Not

Mit persönlicher Beratung und Begleitung finden geflüchtete Frauen ihren Weg in Bildung und Beruf

Der gemeinnützige Verein SOLWODI – „SOLidarity with WOmen in DIstress“ (Solidarität mit Frauen in Not) hilft geflüchteten Frauen beim Ankommen in Deutschland. Beratung und Begleitung rund um Bildung und Beruf stehen dabei im Fokus.

Frauen, die vor Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, (drohender) Zwangsheirat und häuslicher Gewalt flüchten und in Deutschland um Asyl bitten, haben es besonders schwer. Sie sind oft sehr jung, zwischen 18 und 27 Jahren alt. Häufig sind sie traumatisiert, alleinerziehend, mittellos und in existenziell prekären Lebenslagen. Die Mehrzahl dieser Frauen kommt aus Afrika; vorwiegend aus Nigeria, Kenia, Kamerun. Eine weitere Gruppe sind Frauen, die aus osteuropäischen Ländern stammen. Meistens sprechen sie kaum oder gar kein Deutsch. Sie sind oft nicht in der Lage öffentlich ausgeschriebene Integrationskurse zu besuchen, weil sie traumatisiert sind und/oder aufgrund ihres Aufenthaltsstatus aus regulären Fördermaßnahmen fallen.

Wege aus der Perspektivlosigkeit – Zugang zum Arbeitsmarkt

Der gemeinnützige Verein SOLWODI – „SOLidarity with WOmen in DIstress“ (Solidarität mit Frauen in Not) hilft diesen besonders benachteiligten Migrantinnen seit 1987. Inzwischen gibt es in Deutschland 19 SOLWODI Fachberatungsstellen und neun Schutzwohnungen in fünf Bundesländern. Die randstad stiftung fördert die Fachberatungsstellen in Koblenz und Boppard für zwei Jahre.

SOLWODI berät, unterstützt und begleitet die Frauen dabei, den Zugang zu regulären Hilfen zu verbessern und die Voraussetzung für eine Integration in die deutsche Gesellschaft zu schaffen. Das gelingt durch Sprachkurse, berufsspezifische Maßnahmen und die Vermittlung in Arbeitsverhältnisse. Sprachkompetenz und Bildung gehören zu den wichtigsten und nachhaltigsten Erfolgsfaktoren. 

Je nach Vorkenntnissen und Bildungsstand vermitteln die Fachberaterinnen in den SOLWODI Fachberatungsstellen jährlich ca. 10 Klientinnen zunächst in einen Alphabetisierungs- bzw. Sprachkurs. Nach der sprachlichen Qualifizierung können die Frauen Berufsorientierungskurse belegen oder mit einer Berufsausbildung beginnen. Die Fachberaterinnen suchen nach geeigneten Schulen (z.B. zum Nachholen eines Schulabschlusses), Weiterbildungsinstituten, Ausbildungsstellen oder nach Arbeitgebern (für Praktikumsstellen oder Arbeitsplätze). 

Bei allen Aktivitäten sind Partner aus bestehenden Diensten vor Ort einbezogen. Das eröffnet den Frauen einen verbesserten Zugang zu regulären Hilfen und hilft ihnen, Unsicherheiten gegenüber staatlichen Institutionen abzubauen.

Folgende Leistungen gehören zum Portfolio der SOLWODI Fachberaterinnen: 

1. Individuelle Beratung zu Weiterbildungsmöglichkeiten, einschließlich der Finanzierung

2. Sprach- und Nachhilfekurse, insbesondere für Klientinnen, die aufgrund von Traumatisierung oder ihrem Bildungsstand noch nicht in der Lage sind, an einem öffentlich ausgeschriebenen Kurs teilzunehmen. Andere Klientinnen werden an geeignete Alphabetisierungs- und Sprachkurse vermittelt oder an Schulen, um einen Bildungsabschluss zu erhalten.

3. Qualifizierungsmaßnahmen: Die Klientinnen werden an eine Berufsausbildung herangeführt und gegebenenfalls in ein Arbeitsverhältnis vermittelt. Sie erhalten Hilfe bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, besuchen Berufsorientierungskurse, absolvieren Bewerbungstrainings und werden an geeignete Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsstellen vermittelt. 

4. Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit: Die Klientinnen werden an öffentliche Bildungsträger, Arbeitgeber, etc. vermittelt.

Die Arbeit von SOLWODI wird anhand von festgelegten Indikatoren fortlaufend evaluiert. Die Erfolgsmessung beinhaltet eine Implementierungs- und eine Wirkungsevaluation.