Kompetenzzentrum für Flüchtlinge
Beratung und Mentoring

Gut beraten und persönlich unterstützt finden Menschen mit Fluchthintergrund ihren Weg in den Arbeitsmarkt

Oft sind es unzureichende Sprach- oder Fachkompetenzen, die die berufliche Integration geflüchteter Menschen erschweren. Ein Kompetenz- und Lernzentrum in Frankfurt bietet fachliche Beratung zur beruflichen Weiter- und Nachqualifizierung.

Gefördert von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, der Deutsche Bank Stiftung und der randstad stiftung hat die Walter-Kolb-Stiftung e. V. ein Kompetenzzentrum für Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge mit dauerhafter Bleibeperspektive gegründet. Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums helfen bei der beruflichen Integration und Nachqualifizierung. Das Zentrum ist Ansprechpartner für Arbeitssuchende, Beschäftigte und Unternehmen. Auch Social- und Soft-Skills-Trainings gehören zum Serviceangebot.

Die speziell geschulten und mehrsprachigen Berater unterstützen bei der Klärung von Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis und bei der Suche nach passenden Nachqualifizierungsangeboten. Sie helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, bei der Einschätzung der mitgebrachten Kompetenzen oder in arbeitsrechtlichen Fragen. Bei Bedarf können muttersprachliche Mentoren Mitarbeiter mit Fluchthintergrund in der ersten Zeit ihrer Beschäftigung begleiten. 

Das Kompetenzzentrum hat im Juli 2017 seine Arbeit aufgenommen und stützt sich auf ein breites Netzwerk von Unternehmen, Bildungseinrichtungen sowie Kammern, Verbände und Arbeitsagenturen.

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Erfolgsbeispiele

7.3.2018

Mit individueller Beratung und Begleitung finden Flüchtlinge einen Zugang zum Arbeitsmarkt

Herr Koka - Karosseriebauer



Über Bekannte hatte Herr Koka vom Kompetenzzentrum erfahren und vereinbarte einen kostenfreien Beratungstermin. Herr Koka ist in Aleppo, Syrien, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach zehn Schuljahren hat er eine Arbeit im technischen Bereich aufgenommen, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Der Krieg in Syrien zwang ihn 2015 dazu, seine Heimat zu verlassen. Über die Balkanroute floh er über viele Monate nach Deutschland. Bis auf einen offiziellen Nachweis über seinen Schulabschluss hat Herr Koka keinerlei Belege über seine Berufserfahrung. Zwischen 2015 und 2017 hat Herr Koka intensiv Deutsch gelernt. Mithilfe der Beratung und Begleitung des Kompetenzzentrums konnte ein Profil erstellt werden, mit dem er ein Praktikum im Karosseriebau gefunden hat. Durch hohe Motivation und Einsatzbereitschaft konnte er von sich überzeugen, sodass er dort nun eine Einstiegsqualifikation absolviert, um mit dem neuen Schuljahr eine Ausbildung zu beginnen. Nach wie vor ist sein Arbeitgeber von seinem Einsatzwillen und seiner Lernbereitschaft sehr angetan. Und auch Herr Koka berichtet, dass ihm die Arbeit sehr viel Freude bereitet. Das Kompetenzzentrum unterstützt Herrn Koka und den Arbeitgeber auch im weiteren Verlauf der Ausbildung.
 

Herr Zaidan - Goldschmied



Herr Zaidan ist ebenfalls im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland geflohen und lebt seitdem in Frankfurt am Main. Unmittelbar nach der Schulzeit hat er in Syrien als Goldschmied gearbeitet. In acht Berufsjahren hat er einen eigenen Laden in seiner Heimatstadt eröffnet und Schmuckkollektionen erstellt, bis er aufgrund des Krieges seine Heimat verlassen musste. Die Fluchtroute verlief über die Balkanroute mit vielen Widrigkeiten. Die Dokumente zu seiner Arbeit musste er zurück lassen. Ohne die notwendigen Nachweise konnte seine Berufserfahrung nicht anerkannt werden. Einzig Fotografien seiner Werke konnte er vorweisen - und diese sind ein Zeugnis seines Talentes. Die Beraterinnen und Berater des Kompetenzzentrums haben mit diesen Fotos die Zeichenakademie Hanau kontaktiert. Diese erklärten sich dazu bereit, in Form einer Arbeitsprobe das technische Geschick von Herrn Zaidan auch formal zu überprüfen. Dieser Test verlief so positiv, dass Herr Zaidan in das zweite Lehrjahr der Goldschmiedeausbildung einsteigen konnte.

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